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We cross the bridge when we come to it …

We cross the bridge when we come to it …

Wie uns das ständige Nachdenken über “ungelegte Eier” vom Handeln abhält. Ich habe einen guten Bekannten, der sich schon lange mit dem Gedanken trägt sich selbständig zu machen. Die Geschäftsidee steht, Räumlichkeiten und Startkapital sind vorhanden und sogar die Lebensgefährtin würde das Vorhaben unterstützen. Trotzdem geht es seit Monaten keinen Schritt voran und das, obwohl zunächst nur eine Nebentätigkeit neben dem normalen Job geplant ist.

Was wäre wenn – Fragen über Fragen …

Warum das so ist? Mein Bekannter beschäftigt sich seit Monaten mit der Frage „was wäre wenn …?“ und zwar in beide Richtungen. „Was wäre, wenn mein Vorhaben erfolgreich wird?“, wird genauso durchgespielt wie „was, wenn das alles nicht klappt …?“ Soweit erst mal nicht schlimm und durchaus normal. Schließlich sollte man nicht völlig planlos und blauäugig agieren.

Nun geht es bei ihm jedoch noch ein paar Schritte weiter – er versucht auch die nächsten und übernächsten Optionen in Betracht zu ziehen. „Was, wenn das total erfolgreich wird und ich das nicht mehr nebenbei machen kann?“ „Was, wenn ich dann ein größeres Lager benötige oder Mitarbeiter einstellen muss oder wenn ich dann vielleicht irgendwann mehr Kapital benötige …?“

Die Umkehrung geht dann so: „Was, wenn das alles nicht klappt?“ „Wohin dann mit der Ware, was denken dann die anderen Leute und wie melde ich eigentlich ein Gewerbe ab und was ist dann mit dem Finanzamt …?“

Wir „zerdenken“ unsere Ideen und Vorhaben

Alle diese Gedankenspiele sind für ihn wie ein Bremsklotz und hindern ihn letztlich daran überhaupt den ersten Schritt zu machen. Mit jeder Fragestellung wird sein Projekt gefühlt größer, schwieriger und letztlich undurchführbar, weil so viele Parameter noch unklar oder nicht planbar sind.

In meinen Beratungen und Coachings ist das ein häufiges Thema. Wir „zerdenken“ unsere Ideen und Vorhaben, weil wir die totale Sicherheit und Antworten auf alle möglichen Fragen haben möchten. Leider gibt es diese Sicherheit jedoch nicht, weder im beruflichen noch im privaten Leben! Wir können das Risiko zwar minimieren, aber wir werden es nie auf „Null“ bekommen.

Wie in anderen Postings schon geschrieben, empfehle ich „step-by-step“ vorzugehen. Wenn Ihr Plan zu 60 oder 70% steht, dann gehen Sie in die Umsetzung. Erfolg stellt sich nicht am Schreibtisch ein! Gehen Sie einen Schritt nach dem anderen, bleiben sie aufmerksam und flexibel und beschäftigen Sie sich mit den Dingen, die Sie unmittelbar beeinflussen können. Mit allem anderen befassen Sie sich dann, wenn es tatsächlich soweit ist. Vieles erledigt sich im Verlauf von selbst, dafür kommen möglicherweise ganz andere Hürden auf Sie zu, an die Sie heute noch gar nicht denken.

Die ständige Beschäftigung mit den berühmten „ungelegten Eiern“ im Vorfeld, lässt viele gute Ideen und Projekte auf der Strecke bleiben und nicht das Licht der Welt erblicken. Das ist schade, bräuchten wir doch viel mehr „Macher“ statt „Planer“ und „Denker“.