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Wie man vom Denken ins Handeln kommt … – Teil 2

Wie man vom Denken ins Handeln kommt … – Teil 2

„With every pair of hands you get a free brain“ – mit diesem Zitat des amerikanischen Unternehmers Jack Stack möchte ich den zweiten Teil „Vom Denken ins Handeln“ beginnen. Im ersten Beitrag (siehe unten) ging es um die oft langwierige, manchmal nie endende Planungsphase im Rahmen einer Unternehmensgründung. Heute möchte ich ein Thema ansprechen, welches mir ebenfalls in vielen Gesprächen mit Unternehmern und Gründern begegnet (und dem ich zugegebenermassen früher auch selbst oft verfallen bin) – die mangelnde Erkenntnis und Bereitschaft Arbeitsaufgaben abzugeben und sich auf seine wesentlichen Aufgaben zu konzentrieren.

Die nicht enden wollende „to do“-Liste

Wer kennt das nicht – immer länger werdende „to do“-Listen, unzählige offene Baustellen, Dinge die noch erledigt werden müssen, Deadlines die immer näher rücken … Zu Anfang ist man oft noch guter Dinge, versucht die Sachen zu priorisieren, abzuarbeiten und alle offenen Enden im Blick zu halten. Häufig ist es aber so, das jede erledigte Aufgabe 10 neue Aufgaben nach sich zieht. Irgendwann ist dann Schluß – Kapitulation vor dem nicht mehr überblickbaren und beherrschbaren Berg an Arbeit. Damit gerät das Gesamtprojekt ins Stocken, eine rechtzeitige Umsetzung oder Fertigstellung ist gefährdet.

Natürlich gibt es eine Reihe von Gründen, warum Unternehmer und Gründer meinen alles selber machen zu müssen. Da spielen finanzielle Aspekte eine Rolle (das Geld habe ich jetzt nicht …), falscher Ehrgeiz (das muß ich doch als Chef selber können …) oder mangelndes Vertrauen (das kriegen die sowieso nicht so hin wie ich …). Am Ende verzettelt man sich, versucht sich in Mikromanagement und verliert die wirkliche wichtigen Ziele aus dem Blick. Weiterer unangenehmer Nebeneffekt – oft ist das mühsam selbständig erbrachte „Endprodukt“ nur von durchschnittlicher Qualität.

Ich gebe Ihnen ein kleines Beispiel von mir persönlich. Für die Inhalte meiner neuen Webseite habe ich selber begonnen Texte zu schreiben. Ich hatte auch den Anspruch das alles selber zu können und hatte auch eine grobe Struktur und viele Ideen dazu im Kopf. Woche um Woche ging dann ins Land, Entwürfe für die ich manchmal ein ganzes Wochenende gebraucht habe wurden wieder verworfen, andere x-fach überarbeitet, liegen gelassen, wieder überarbeitet und am Ende auch verworfen. Die Programmierung kam derweil nicht voran weil die Inhalte fehlten. Ergebnis nach gut drei Monaten: totaler Frust, keine brauchbaren Texte, keine Webseite. Ich habe dann alles gelöscht und mir eine professionelle Texterin gesucht. In einem persönlichen rund einstündigen Gespräch haben wir meine Anforderungen, Wünsche und Ideen besprochen. Eine Woche später hatte ich einen fertigen Entwurf, der nur noch eine minimale Korrekturschleife benötigte. Klar – das hat mich einige hundert Euro gekostet, hätte ich es aber gleich so gemacht wäre mir viel Frust und Ärger erspart geblieben, ich wäre drei Monate früher online gewesen und hätte die freie Zeit mit anderen Aufgaben (z.B. schreiben von Blog-Artikeln) sinnvoller nutzen können.

Delegieren ist keine Schwäche sondern ein Zeichen von Stärke!

Fazit: freunden Sie sich mit dem Gedanken an, nicht alles selber können zu müssen und nicht alles selber machen zu müssen. Priorisieren Sie Ihre Aufgaben und sortieren Sie diese nach „was kann ich abgeben“ und „was sollte/muß ich tatsächlich unbedingt selber machen“. Kalkulieren Sie Ausgaben für externe Dienstleister und Spezialisten in Ihre Planungen mit ein und geben Sie rechtzeitig Arbeitspakete an diese ab. Das mag am Anfang schwer fallen (ja, auch finanziell), aber Sie gewinnen Zeit für Ihre eigentlichen Tätigkeiten und kommen schneller zum (Gesamt)Ergebnis. Und das ist dann oftmals um ein vielfaches besser und professioneller als „selbstgemachte“ Lösungen.